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Bin kürzlich ein wenig abgehoben – meine Freunde behaupten ich tu das des öfteren – aber in diesem Fall bin ich mit einem kleinen Motorsegler unterwegs gewesen. Ausgangs- und Zielpunkt des etwa 20-minütigen Rundflugs war der Fliegerhorst in Detmold. Nach meinem ersten Flug im Frühjahr (die vielen langweiligen Linienflüge zähl ich mal nicht), bei dem ich aufgeregt war, wie ein kleines Kind zu Weihnachten, war ich diesmal deutlich ruhiger. Vielen Dank an Norbert, der mich wieder mitgenommen hat und an Susanne, die das alles erst ermöglicht hat!

Aber nun zu den Fotos. Das mit der von Reinhard Mey besungenen grenzenlosen Freiheit stimmt vom Bauchgefühl her – zumindest in meinem Fall. In der fotografischen Praxis war ich mit einem Vierpunkt-Gurt in halb liegender Position an meinen Sitz fixiert – was für mein Sicherheitsgefühl und die tatsächliche Sicherheit vermutlich von Vorteil war (Wer weiß wie wild ich da sonst gestikulieren und die Kamera herumschwenken würde). Das Sichtfeld hat es allerdings etwas eingeschränkt, da ich nur etwa einen 70°-Winkel zwischen Propeller und rechter Tragfläche als freie Schußbahn hatte. Komplett klare Sicht hatte ich durch ein kleines seitliches Fenster in der Plexiglaskuppel, durch welches das Objektiv gerade so hindurch passte – da dieses den Blickwinkel allerdings auf unter 5° eingeschränkt hat, hab ich doch öfters mal direkt durchs Plexiglas geschossen. In einigen Fällen hab ich Norbert gefragt ob er das Flugzeug etwas kippen kann, damit der Winkel passt – ein Traum wenn der Pilot mitspielt!

Da ich unbedingt kräftigere Farben in meinen Bildern haben wollte als beim ersten Flug, sind wir diesmal kurz vor Sonnenuntergang gestartet. Am Boden eine der besten Tageszeiten für Landschaftsaufnahmen, hat es mich in der Luft technisch bis ans Limit gebracht. Das Flugzeug steht ja nicht still in der Luft und der Motor erzeugt zusätzliche Vibrationen. Um trotzdem noch ein paar Bilder mit möglichst wenig Verwacklungen zu bekommen bin ich mit der Belichtungszeit auf 1/500 Sekunde runter und hab mit der Serienbildfunktion immer gleich 5 Bilder hintereinander geschossen.

Um nicht nur weite Landschaft, sondern auch einige „Details“ wie die Externsteine am Boden ins Bild zu bekommen, habe ich mit einem leichten Teleobjektiv gearbeitet. Brennweiten ab 70mm-Kleinbildformat bieten sich an.


Die Sonne verschwand gegen Ende des Flugs schon fast hinterm Horizont, so dass die Landschaft am Boden langsam im Schatten versank und ich die Licht-Empfindlichkeit der Kamera bis ISO 3200 hochschrauben musste – mit dementsprechendem Bildrauschen. Beim nächsten Mal werd ich glaubich ein Stündchen früher buchen, oder zur Abwechslung mal morgens fliegen.
Zum Schluß haben wir dem Hermann nochmal zugewunken und dann ging es zurück zum Fliegerhorst.

Wer die Möglichkeit hat, sollte sich so einen Rundflug unbedingt mal gönnen. Besonders in heimischen Regionen, wo man die Bauwerke und andere Landschaftsmerkmale wie Seen und Hügel kennt, ist die erhöhte Perspektive echt atemberaubend!

Bis zum nächsten Mal.
Euer Marc

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